SEKTION Ethnologie

Thema Japan nach dem Erdbeben
Sektionsleitung   Prof. Dr. Christoph Brumann (Halle)
Raum und Zeit
G 217 | Mittwoch, 29.8.2012 | 16:00–17:30
G 217 | Donnerstag, 30.8.2012 | 09:00–10:30, 11:00–12:30

Mittwoch, 29.8.2012
16:00–17:30 Susanne Klien (DIJ Tōkyō): Volunteering in Tōhoku: Social Entrepreneurship, Streben nach Glück oder nur Lifestyle?
  Cornelia Reiher (Universität Halle): Lebensmittelkonsum nach Fukushima

Donnerstag, 30.8.2012
09:00-10:30 Johannes Harumi Wilhelm (Universität Wien): Sichtweisen auf den Wiederaufbau der Fischerei Sanrikus
Wolfgang Fanderl (Universität Tübingen): Matsuri de ganbarō – Feste zwischen Identität und Solidarität
Christian Tagsold (Universität Düsseldorf): Die Katastrophe vom März 2011 und die alternde Region Tōhoku
 
11:00–12:30 Maren Godzik (DIJ Tōkyō): Wohnen im Alter nach dem 11. März
Ulrike Wöhr (City-Universität Hiroshima): Geschlecht in japanischen Anti-Atomkraft-Diskursen nach Fukushima: Zwischen Universalismus und nationaler Selbstbehauptung
Abschlussdiskussion

 

CALL FOR PAPER

Das Tōhoku-Erdbeben vom 11. März 2011 und der nachfolgende Tsunami haben zu ungekannten Zerstörungen und einer in ihrem vollen Ausmass noch kaum zu überschauenden Nuklearkatastrophe geführt. Einhellig wird hier Japans grösste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg konstatiert, und von erheblichen gesellschaftlichen Verwerfungen ist auszugehen. Anderthalb Jahre nach dem Erdbeben ist in der Sektion eine erste Bilanz geplant: Wie ist die Katastrophe physisch, ökonomisch, gesellschaftlich und psychisch verarbeitet worden, und was bleibt noch zu tun? Welche Auswirkungen hat sie auf die Einschätzung von Nuklearwirtschaft, Energieversorgung und technologischen Risiken in Japan? Sind ähnliche politische und gesellschaftliche Folgen zu verzeichnen wie nach dem Erdbeben von Kōbe 1995, das die staatlichen Institutionen diskreditierte, aber borantia und NPO zu Alltagsbegriffen machte? Und was ist aus der medialen Darstellung des Geschehens im In- und Ausland abzuleiten, auch für die Japanwissenschaften?

Beiträge aus ethnologischer oder verwandter Perspektive sind besonders willkommen, doch ist ausdrücklich eine interdisziplinäre Annäherung an diese Fragen angestrebt, zu der alle Geistes- und Sozialwissenschaften beitragen können. Je nach zeitlicher Verfügbarkeit in der Sektion können grössere Forschungsarbeiten in Vorträgen von 30 Minuten Länge mit 15 Minuten Diskussionszeit vorgestellt werden, laufende Vorhaben in kürzeren Referaten von 20 Minuten Länge mit 10 Minuten Diskussion. Es wird gebeten, möglichst früh Rücksprache zu halten, Themenvorschläge spätestens aber bis zum 31. Juli 2011 zusammen mit einer Zusammenfassung von nicht mehr als einer Seite an den Sektionsleiter zu senden.


Prof. Dr. Christoph Brumann
Max Planck Institute for Social Anthropology
Advokatenweg 36
06114 Halle
Tel.: +49 (0)345 2927-204
Fax: +49 (0)345 2927-502
E-Mail: brumann(at)eth.mpg.de