SEKTION Literatur I

Thema Die Zukunft der Philologie
Sektionsleitung   Prof. Dr. Judit Árokay (Heidelberg) und Prof. Dr. Jörg Quenzer (Hamburg)
Raum und Zeit
F 109 | Dienstag, 28.8.2012 | 14:00–15:30, 16:00–17:30
F 109 | Mittwoch, 29.8.2012 | 09:00–10:30

Dienstag, 28.8.2012
14:00-15:30 Judit Árokay (Universität Heidelberg) und Jörg Quenzer (Hamburg): Moderation und Grundsatzreferat
Irmela Hijiya-Kirschnereit (FU Berlin): Literaturwissenschaftliche Japanforschung – Kein Ort. Nirgends?
 
16:00-17:30 Steffen Döll (Universität München): Zwischen Philologie, Intertextualitätstheorie und Narratologie. Überlegungen anhand der Kokon chomonjū
Simone Müller (Universität Zürich): Möglichkeiten der postklassischen Narratologie zur philologischen Erschliessung der japanischen Frauentagebuchliteratur: Das Beispiel utatane
Paulus Kaufmann (Universität Zürich): Rhetorik als Ergänzung zur klassischen Philologie

Mittwoch, 29.8.2012
09:00-10:30 Nora Bartels (Universität Heidelberg): Inoue Hisashi und die Gesaku-Literatur der Edo-Zeit
Martha-Christine Menzel (Universität Heidelberg): Hokkaidō-Literatur. Texte, Editionen, Forschung
Robert Horres (Universität Tübingen): Dōgen-Forschung zwischen Editionsphilologie und Schulkonsens (inkl. Computerphilologie)

 

CALL FOR PAPER

Diese Sektion widmet sich der Frage nach dem aktuellen Status der Philologie innerhalb der Japanologie. Ausgehend von konkreten literatur- und kulturwissenschaftlichen sowie historischen Projekten soll der Versuch unternommen werden, das eigene Verhältnis zur bzw. das eigene Verständnis von Philologie (neu) zu formulieren.

Lange schon ist die Philologie u.a. mit dem Vorwurf der Fixierung auf einen traditionellen Kanon, der ungenügenden Reflexion der eigenen Methoden und nicht anschlussfähiger Erkenntnisse in die Kritik geraten und im Zuge der strukturalistischen und poststrukturalistischen Debatten von kulturwissenschaftlich orientierten Methoden und Theorien verdrängt worden, auch in der Japanologie. Dennoch wird weiterhin als selbstverständlich vorausgesetzt, dass die philologischen Grundlagen der literatur- und kulturwissenschaftlichen Arbeit „stimmen“ – auch wenn vielfach offen bleibt, was dies präzise bedeutet. Neuere Tendenzen zwischen new philology und „Zukunftsphilologie“ betonen die Notwendigkeit von textkritischen Verfahren insbesondere unter den Voraussetzungen der heutigen kommunikationstechnisch vernetzten und von Wissens- und Textströmen gekennzeichneten Welt.

An dieser Neuorientierung sollen die Beiträge ansetzen. Wie stellen wir sicher, dass die Texterschliessung, die den Anfang jeder geisteswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Kultur bildet, philologischen Ansprüchen gerecht wird? Wie gehen wir mit den Ergebnissen der japanischen Philologie um? Welchen Stellenwert hat die Übersetzung als Erschliessung von japanischsprachigen Quellen in unserer Arbeit? Welche Chancen bietet eine vergleichende, die Vielfalt sprachlicher Formen ins Auge fassende Philologie?

Ziel dieser Sektion ist es, über die Trennlinie zwischen Vormoderne und Moderne hinweg nach dem Verhältnis von theoretisch-methodischem Anspruch und philologischen Grundlagen in der eigenen Arbeit zu fragen. Erbeten werden Themenvorschläge aus dem Bereich der vormodernen und modernen japanischen Literatur und Kultur, die ihre textwissenschaftliche Vorgehensweise methodisch reflektieren. Je nach zeitlicher Verfügbarkeit in der Sektion können grössere Forschungsarbeiten in Vorträgen von 30 Minuten Länge mit 15 Minuten Diskussionszeit vorgestellt werden, laufende Vorhaben in kürzeren Referaten von 20 Minuten Länge mit 10 Minuten Diskussion. Es wird gebeten, möglichst früh Rücksprache zu halten, Themenvorschläge spätestens aber bis zum 31. Juli 2011 zusammen mit einer Zusammenfassung von nicht mehr als einer Seite an die Sektionsleiterin bzw. den Sektionsleiter zu senden.


Prof. Dr. Judit Árokay
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Zentrum für Ostasienwissenschaften
Institut für Japanologie
Akademiestr. 4-8
69117 Heidelberg
Tel: +49 (0)6221 54-7662
Fax: +49 (0)6221 54-7692
E-Mail: judit.arokay(at)zo.uni-heidelberg.de

Prof. Dr. Jörg B. Quenzer
Universität Hamburg
Asien-Afrika-Institut
Abteilung für Sprache und Kultur Japans
Edmund-Siemers-Allee 1, Flügelbau Ost
20146 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 42838-7203
Fax: +49 (0)40 42838-6200
E-Mail: joerg.quenzer(at)uni-hamburg.de