SEKTION Literatur II

Thema Neue Konzepte japanischer Literatur? Nationalliteratur, literarischer Kanon und die Literaturtheorie
Sektionsleitung   Prof. Dr. Lisette Gebhardt (Frankfurt) und Prof. Dr. Evelyn Schulz (München)
Raum und Zeit F 109 | Mittwoch, 29.8.2012 | 11:00–12:30, 14:00–15:30, 16:00–17:30
 
11:00-12:30 Lisette Gebhardt (Frankfurt) und Evelyn Schulz (München): Begrüssung, Erinnerung an Otto Putz und Einführung ins Thema
Eduard Klopfenstein (Universität Zürich): Zehn Jahre JLPP — Versuch einer zusammenfassenden Darstellung und Bilanzierung des bisherigen „Japanese Literature Publishing Project“
Ina Hein (Universität Wien): Okinawa bungaku als Herausforderung des Konzepts einer japanischen „Nationalliteratur“
 
14:00-15:30 Rebecca Mak (FU Berlin): Die Akteur-Netzwerk-Theorie als Zugang zur Erschliessung des Phänomens ‚bundan‘
Sabine Schenk (Universität München): Literatur-Analyse-Perspektiven — Autorenschaft und Inszenierung am Beispiel von Texten Takehisa Yumejis
Carolin Fleischer (Universität München): Terayama Shūji – Neue Perspektiven für die wissenschaftliche Rezeption
 
16:00-17:30 Kristina Iwata-Weickgenannt (DIJ Tōkyō): "Kollaboration" oder "Widerstand"? Perspektiven auf Wagō Ryōichis Katastrophenpoesie
Johanna Mauermann (Universität Frankfurt): Japan im Bestsellerzeitalter
Abschlussdiskussion

 

CALL FOR PAPER

In der japanischen akademischen Szene lässt sich die Tendenz erkennen, eine Nationalliteratur alten Zuschnitts zu ignorieren und den überlieferten Kanon japanischer Literatur (kokubungaku) in Frage zu stellen. Parallel zum Abgang der alten Garde von Literaturwissenschaftlern, die lange Zeit die Diskurshoheit innehatten, bewegt sich die Literaturforschung in Japan auf die internationale Forschung zu; sie praktiziert nun weniger den traditionellen Autorendiskurs (sakka-ron), als dass sie Theorien und Konzepte aufgreift, die im wesentlichen vom anglophonen Raum ausgehen und die Kulturwissenschaft international dominieren.

Der Richtungswandel der japanischen Nationalphilologie zur kulturwissenschaftlichen Literaturexegese im Zeichen von Transnationalität und Globalität ist ebenso Thema der Sektion „Literatur II“ wie andere offene Fragen zur japanischen Literatur und Literaturtheorie. So wäre auch das Konzept der postmodernen japanischen Literatur und einer postmodern motivierten Exegese japanischer Literatur zu hinterfragen. Zudem hätte man auch scheinbar obsolet gewordene Zugänge und Methoden des philologischen Repertoires zu erörtern – etwa die narratologische Analyse, sprachästhetisch-poetische Untersuchungen oder die literaturhistorische Interpretationen.

Für die Sektion „ Literatur II“ wäre also die Diskussion folgender Themen interessant:

  • Welchen Einfluss haben die aktuellen Literatur- und Kulturtheorien auf die Wahrnehmung der vormodernen, modernen und gegenwärtigen Texte und auf die japanologische Arbeit? 
  • Welche Paradigmenwechsel sind in der modernen Literatur ab dem späten 19. Jh. und in der gegenwärtigen Literatur festzumachen? 
  • Welche Veränderungen haben die theoretischen Zugänge zu ihr erfahren? 
  • Welche Autoren sollten neu bewertet werden? 
  • Welche bestimmen die zeitgenössische Literaturszene und prägen damit das Bild von japanischer Literatur?
  • Inwiefern hat der alte Kanon noch Gültigkeit? Wie kann ein zeitgemässer Kanon japanischer „Weltliteratur“ auch aus didaktischer Sicht den heutigen Studierenden nahegebracht werden? 
  • Von welchen methodischen Prämissen wäre dabei auszugehen? 
  • Und nicht zuletzt: Welche literarischen Stimmen vertreten das intellektuelle Japan in der Post-Fukushima-Ära?

Je nach zeitlicher Verfügbarkeit in der Sektion können grössere Forschungsarbeiten in Vorträgen von 30 Minuten Länge mit 15 Minuten Diskussionszeit vorgestellt werden, laufende Vorhaben in kürzeren Referaten von 20 Minuten Länge mit 10 Minuten Diskussion. Es wird gebeten, möglichst früh Rücksprache zu halten, Themenvorschläge spätestens aber bis zum 31. Juli 2011 zusammen mit einer Zusammenfassung von nicht mehr als einer Seite an die Sektionsleiterinnen zu senden.


Prof. Dr. Lisette Gebhardt
Goethe-Universität Frankfurt
Japanologie
FB 9: Sprach- und Kulturwissenschaften
Senckenberganlage 31
60325 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798-23287
Fax: +49 (0)69 798-22173
E-Mail: lisettegebhardt(at)googlemail.com

Prof. Dr. Evelyn Schulz
Ludwig-Maximilians Universität
Japan-Zentrum
Oettingenstrasse 67
80538 München
Tel.: +49 (0)89 2180 9803
Fax: +49 (0)89 2180 9801
E-Mail: evelyn.schulz(at)lmu.de